Sonntag: 18.08.02
Wetter: 6,4°C, windig, sonnig
Abfahrt: 9.35h
Ankunft: 20.00h
Km: 159km
Strecke: Laugarvellir, Grágæsavatn, F910 Austurleið, F903
Hvannalindavegur (über Hvannalindir), F902 Kverkfjallaleið, Kverkfjöll
Gerade
als wir alle startklar sind und los fahren wollen, entdeckt Jürgen an unserem
Hano hinten links einen Federbruch. Die notdürftige Reparatur dauert dann auch
nicht lange, so das wir mit einer halben Stunde Verspätung dann doch endlich
starten können. Wir verlassen das Tal wieder über die linke Tal Seite und
halten uns rechts. Nach ca.8,5km biegen wir links ab in Richtung Möðrudalur
und anschließend weiter nach Grágæsavatn, den wir dann auch gegen 12.00h
erreichen. Die Schutzhütte ist wirklich schön angelegt und das Gästebuch hat
hier sogar einen Holzeinband mit eingebranntem Bild. Sehr liebevoll gestaltet,
ebenso wie die Hütte im ganzen. Man kann sich gar nicht vorstellen, das dieses
ganze Gebiet, welches wir seit gestern durchfahren in absehbarer Zeit eventuell
unter Wasser gesetzt wird.....
Dieses ganze Gebiet soll aufgestaut werden und somit würde der 828m hohe Kárahnjúkar
600m unter Wasser gesetzt werden. Das Staubecken wird benötigt um ein neu
entstehendes Kraftwerk am Lagafljót zu betreiben. Es ist nämlich geplant im
Reydarfjördur eine Aluminiumfabrik zu bauen, die Unmengen Energie verschlingen
wird........An die ca. 3000 Rentiere die hier leben und im Frühjahr in diesem
Gebiet am Kárahnjúkar ihre Jungen zur Welt bringen denkt keiner (nach
zulesen im Geo Heft Juli 2002 und im Internet).
Nachdem wir uns ins Gästebuch eingetragen haben wollen wir versuchen von hier aus eine Querverbindung zum Kverkfjoll zu finden. Wir folgen den Fahrspuren hinauf auf das Plateau und enden an einer Abbruchkante. Also fahren wir ein Stück zurück und biegen dann links ab um nach einigen km wieder an einem Abgrund zum stehen zu kommen. Von hieraus kann man sehr schön die gegenüber verlaufende Straße F903 sehen. Ein Weg über das Schwemmland ist jedoch nicht aus zu machen. Und da wir nur dort fahren, wo schon Spuren sind, drehen wir um und fahren die beschildere Piste zurück.
Um
15.45h erreichen wir dann den Wegweiser nach "F910 Möðrudalur
56km". Nach weiteren 25km erreichen wir um 17.00h den nächsten Wegpunkt
auf unserer Strecke "F903 Kverkfjöll 75km". Hier trennen sich unsere
Wege. Denis und Güni fahren direkt zur Askja, während wir zusammen mit Pit und
Karin noch einen Abstecher zur Eishöhle ins Kverkfjöll machen wollen. Es ist
eine sehr schöne Strecke und hat sich nach der letzten Überschwemmung stark
verändert. Das Licht steht toll auf den bunten Bergen und wir sind froh, das
wir diese Strecke noch gefahren sind.
Als wir um 20.00h an der Schutzhütte vom Kverkfjöll ankommen ist der Platz
Rappel voll. Wir bezahlen pro Person 500ISK für die Nacht.
Montag: 19.08.02
Wetter: 7°C, sonnig, warm, windstill
Abfahrt: 9.10h
Ankunft: 18.55h
Km: 132km
Strecke: F902 Kverkfjallaleið, Kverkfjöll / Eishöhle, F910 Austurleið,
Dyngjufjalladalur (nicht beschilderte Piste zum Mývatn)
Als
wir heute aufstehen, ist ein super Wetter. Halt richtiges Geburtstagswetter! Wir
fahren zusammen zur 5km entfernten Eishöhle. Von hier aus wandern wir bei schönstem
Sonnenschein und wolliger Wärme zur Höhle. Nach 45 Minuten sind wir zurück
und machen uns nun auf den Weg zur Askja.
Das schöne Wetter lädt zum bummeln ein und so fahren wir recht gemütlich auf
der F910 entlang. Am Wegweiser F910 Askja / F88 Herðubreið machen wir
großen Fahrerwechsel. Nun übernehmen wir Mädels das Lenkrad und bringen die
Hanos unbeschadet bis zur Schutzhütte an der Askja. Karin und ich sind uns aber
schnell einig, das Geländefahren nicht ganz unser Ding ist. Viel zu
anstrengend! Wir bleiben lieber beim Strecken suchen und navigieren.
Um
14.15h sind Denis und Güni schon nicht mehr an der Askja. Da sich das Wetter
auf einmal schlagartig zuzieht, werden wir nicht mehr zum Öskjuvatn wandern.
Schade, denn eigentlich hatten wir uns schon sehr darauf gefreut. Somit machen
wir erst einmal gemütlich Mittagpause und fahren dann weiter in Richtung Mývatn.
Von hier aus fahren wir rechts weiter in Richtung Gæsavatn. Den ersten
Wegweiser zur Gæsavatn - Süd erreichen wir um 16.55h, den zweiten Wegweiser
zur F910 Gæsavatn - Nord erreichen wir um 17.10h.
Bis hierher war die Strecke schön zu fahren. Es waren viele Sandfelder zu
durchfahren und wir kamen gut voran. Als wir uns nun immer weiter auf den
Dyngjufjalladalur zu bewegen, wird die Piste immer schlimmer. Als uns dann auch
noch zwei isländische Geländewagen mit Wohnmobilaufbau entgegen kommen (die
nicht sehr glücklich aussahen!) schwindet unsere Hoffnung diese Schaukellei
bald hinter uns zu haben. Diese Strecke ist wirklich keine sehr
empfehlenswerte Piste.
Als uns dann noch ein Trupp von 5 oder 6 Motorrad Fahrer
entgegen "geflogen" kommt sind wir ganz schön platt. Die hatten
anscheinend weniger Probleme mit dieser Piste. Wo wir 20 Minuten für brauchten,
benötigten diese wahrscheinlich nicht einmal 5 Minuten. Wir schaukeln hier mit
20 - 30km über die Piste und die machen mal eben einen kurzen Abstecher zur
Askja.......
Um 18.55h erreichen wir nach viel zuviel Rüttellei und Schüttellei, Gerumpel
und Gepumpel endlich die Schutzhütte.
Hier
an der Schutzhütte stehen wir "mitten" in der Pläne. Weit und breit
ist sonst wirklich nichts! Bis auf einmal aus unserer Richtung von weitem ein
einsamer Wanderer daher kommt.
Abends sitzen wir dann noch gemütlich in unserem Hano zusammen und feiern
meinen Geburtstag im "No-where-land".
Dienstag: 20.08.02
Wetter: 10°C, Nieselregen
Abfahrt: 9.10h
Ankunft: 16.20h
Km: 74km
Strecke: Dyngjufjalladalur (nicht beschilderte Piste zum Mývatn),
Nach
dem wir in Ruhe gefrühstückt hatten, wagten wir uns wieder hinaus auf die Schüttel
- Piste. Eigentlich hatten wir von gestern noch genug, aber danach wird
man nicht gefragt, schon gar nicht wenn man sich diese Strecken selber
aussucht.....
Der ständige Nieselregen trägt auch nicht gerade dazu bei unsere Stimmung zu steigern, denn eigentlich ist die Landschaft hier draußen recht schön, aber
halt nicht für einen Hanomag geeignet. Das bald erreicht Lavafeld war wirklich
eine Schau. Man wusste eigentlich überhaupt nicht mehr genau, wo man
fahren sollte oder konnte. Spuren waren auf den Lavaplatten kaum noch
auszumachen und so suchten wir uns irgend einen, der uns gefiel. Karin und ich
liefen vielmals voraus (- jede in einer anderen Richtung!) und fanden auch immer
irgendwelche Spuren. Nach 20,2km (auf die 0,2km bestehe ich!) übelster
Piste durch das Lavafeld erreichten wir nach 3 Stunden die Botni - Hütte. Wir
fahren aber noch 4km, in der Hoffnung das Ende der Lava bald erreicht zu haben
und mache um 13.00h Pause.
Unsere Gebete werden natürlich nicht erhört und so
schaukeln wir weiter über die Piste. Nach 30km erreichen wir den Abzweig
Aldeyarfoss / Mývatn. Da das Wetter nicht besser werden will, entschließen wir
uns den Foss fürs erste zu vergessen und erst einmal zum Mývatn zu fahren, um
uns mit den anderen zu treffen.
Um 16.05h nach 61 km hat uns die Ringstraße wieder und bald darauf sind wir
auch schon auf dem Campingplatz. Für 1000ISK pro Tag dürfen wir uns zu den
anderen stellen. Das Hallo ist groß, und wir freuen uns wieder zusammen zu
sein. Ist halt doch schwer, längere Zeit ohne unseren "Pub"
auszukommen.
Mittwoch: 21.08.02
Wetter: 13°C, sonnig, frisch
Abfahrt: h
Ankunft: h
Km: km
Strecke: Mývatn
Der
Tag begrüßt uns mit einem Sonnenstrahl. Also nutzen wir die Gelegenheit um
unserem provisorisch reparierten Federbruch ein Ende zu setzen. Auch bei den
anderen sind die ein oder andere Wartungsarbeit fällig, so das wir den schönen
Tag zum schrauben begrüßen.
Während die Männer schrauben, widme ich mich dem Karten schreiben, denn
trotz der Sonne ist es draußen recht frisch und somit bin ich nicht böse,
diese Arbeit noch vor mir zu haben.
Anschließend fahren Jürgen und ich noch zu einer Werkstatt, um unseren
Reserveradhalter schweißen zu lassen. Für 2000ISK wurde der entstandene Riss
schnell geschweißt und wir waren wieder startklar. Bereit für die nächste
Piste....
Um das schöne Wetter richtig auszunutzen, grillen wir am Abend und feiern gemeinsam meinen Geburtstag nach.
Donnerstag: 22.08.02
Wetter: 9°C, sonnig, warm
Abfahrt: 9.45h
Ankunft: 16.30h
Km: 138km
Strecke: Námafjall, Krafla, Goðafoss, Akureyri
Die
Sonne meint es wirklich gut mit uns, und so machen wir uns auf den Weg, um die
Blubberpools und Schlammpötte am Námafjall zu inspizieren. Für Denis war
dieses Geothermalgebiet ganz neu und dementsprechend wurde seine "Digicam"
wieder reichlich strapaziert. Aber auch wir hatten Mühe uns bei dem tollen
Wetter zurück zu halten.
Lutz kribbelt sein heute ankommender Kühler ganz furchtbar in den Fingern
und somit fährt er schon einmal voraus um diesen in Akureyri abzuholen.
Wir fahren mit Denis noch rüber zum Víti an der Krafla, um auch dort nach dem
rechten zu sehen. Wir sind total erstaunt, den Víti ohne Schnee zu erleben.
Sieht ganz schön langweilig aus. Aber bald wird es ja schon wieder neuen Schnee
geben......
Nach einer kurzen Besichtigungstour rund um den Kraterrand fahren wir zurück
zum neuen Badestrand.
Güni, Pit & Karin sind schon im "warmen Nass" und bekleckern sich
mit dem grauen Schlamm. Wir ziehen uns schnell um und folgen ihnen unauffällig.
Es ist eine ganz schön "stinkige" Angelegenheit.... und wir werden
noch einige Tage Spaß daran haben, bis der Geruch sich legt. Zur Zeit riechen
wir so, als wären wir der Hölle soeben erst entschlüpft........
Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Akureyri. Unterwegs fahren wir
noch kurz am Goðafoss vorbei. Leider ist das Licht mal wieder nicht so, wie wir
es gerne hätten, aber es werden dennoch einige Fotos gemacht, bevor es weiter
geht.
Als wir gegen 16.30h in Akureyri - East - Beach eintreffen hat Lutz seinen Kühler
schon mit Uwes Hilfe umgebaut. Uwe ist nun mit einem 1,4l Polo unterwegs. Der
Leihwagen kostet für die 10 Tage ca. 1000€ (allerdings ohne Genehmigung für
alle "F" / Hochlandstraßen).
Freitag: 23.08.02
Wetter: 9°C, diesig, kalt
Abfahrt: 9.35h
Ankunft: 17.00h
Km: 89km
Strecke: Akureyri - City, F821 Eyjafjarðarleið nach Laugafell
Heute
wollen wir mal eine Wäscherei in Akureyri aufsuchen. Durch das beständig kalte
Wetter gehen uns so langsam die warmen Sachen aus. Während dessen machen wir
unseren Stadtrundgang durch die City. Seit unserem letzten Besuch hat sich nicht
viel verändert und so finden wir schnell alles was wir suchen. Zum tanken und
einkaufen fahren wir zum Supermarkt, der nur ein paar Straßen weiter ansässig
ist.
Um 12.00h ist unsere Wäsche fertig und wir können weiter in Richtung Laugafell
starten. Güni und Denis hatten keine Lust auf uns zu warten und sind schon
einmal vorgefahren.
Wir freuen uns schon auf das Bad in Laugafell. Die Duftwolke die uns ständig
folgt ist einfach "Höllisch".
Es ist recht windig und die Sonne lässt sich nur manchmal sehen. Unterwegs
stellt Lutz fest, das sein Hano beim letzten "Alleingang" in der Loni
wohl noch etwas mehr abbekommen. Sein Fahrerhaus hängt etwas seltsam in den
Halterungen und muss dringend neu befestigt werden.
Als wir Laugafell erreichen, pfeift ein übler Wind über die Gegend. Von der
"Warden - Lady" erfahren wir bei unserer Anmeldung, das sie froh sei,
wenn diese Woche endlich vorbei geht. Sie hatte in dieser Saison nur 1½ Tage
wirklich schönes Wetter. Das sei ihr noch nie passiert, doch diese Saison sei
schlimm gewesen. Doch nun sind die letzten Tage gezählt und nächste Woche wird
hier alles verriegelt und verrammelt. Die Saison ist zu ende und in Akureyri
wartet schon der "Winter-Job"!
Wir
bezahlen pro Person 550ISK und begeben uns in Richtung Pool.
Der Wind wird immer stärker und man sucht sich im warmen Wasser nur die wärmsten
Stellen heraus. Außer uns ist hier noch ein Ehepaar mit zwei Kindern
angekommen. Diese sind in einem Landrover mit Dachzelt unterwegs. Als wir aus
dem Pool kommen versuchen sie gerade den Kocher in gang zu bringen, was bei dem
Wind kein leichtes ist.
In der Nacht wackelt unser Hano ganz gewaltig im Sturm und ich frage mich, wie
wohl unsere Nachbarn unter ihrem Dachzelt geschlafen haben....
Samstag: 24.08.02
Wetter: 9°C, regen, diesig, kalt
Abfahrt: 9.40h
Ankunft: 17.25h
Km: 127km
Strecke: Laugafell, F752 Skagafjarðarleið erst Richtung Hofsjökull und
dann Richtung Varmahlið
Die
Strecke ist nicht schwer zu befahren und wir kommen gut voran. Es regnet ohne
unterlass und wir können nur wenig von der weiteren Umgebung sehen.
Unterwegs finden wir am Reyðarvatn, - einem der größten Permafrostgebiete des
Landes- einen eingerollten Schlafsack. Sah aus, als wäre er gerade erst
verloren worden. Wir legen ihn an die Seite und fahren weiter. Wir haben
unterwegs keine Menschenseele angetroffen und können nur hoffen, das derjenige,
der den Schlafsack verloren hat ihn wieder findet....sonst kann es ungemütlich
werden.
Nach
50km erreichen wir die Schutzhütte Ingólfsskálin und machen erst einmal
Mittagspause. Das große Warnschild an der Seite ist nicht zu übersehen. Nur
wissen wir nicht genau, wo wir über den Fluss müssen. Wir folgen erst noch
eine Weile der neu gepflockten Piste. Nach ca. 3,8km stehen wir vor einer großen
unübersichtlichen Wasserfläche. Das Wasser scheint von über all her zu kommen
und die Pflöcke scheinen kurz vor dem Gletscher zu enden. Wir drehen um und
fahren zurück bis zur Hütte. Dort wollen wir dann versuchen den Fluss zu überqueren,
- so wie Güni es von Anfang an sagte. Er ist diesen Weg schon einmal vor
8Jahren gefahren.
Bei "km-Stand: 57" wollen wir es zuerst versuchen. Lutz, der die
Luftansaugung höher als wir liegen hat macht den Anfang. Er taucht mit der
Motorhaube tief in Wasser ein und schafft vielleicht 8m, bevor er aufgibt und
zurück fährt. Er hatte das Wasser schon gut im Fahrerhaus stehen und seien
Kupplung fing ebenfalls an zu streiken. Güni versucht es als nächster, doch
auch bei ihm sieht es brutal tief aus. Er meint zwar, das er die andere Seite hätte
ereichen können, doch alleine wollte er nicht weiter fahren. So dreht auch er
um. Für Denis und uns wäre der Fluss in jedem Fall zu tief gewesen, da unsere
Luftansaugungen noch original auf ca.1,20m liegen und damit keine
Durchquerung zu schaffen gewesen wäre. Wir schauen uns die Furt direkt
unterhalb der Hütte noch einmal genauer an. Aber auch hier sehen wir für uns
keine annehmbare Möglichkeit auf die andere Seite zu gelangen. Außerdem regnet
es in strömen und es ist scheißen kalt. Der Wind peitscht uns den kalten Regen
ins Gesicht und wir müssen an die Loni denken. Nein, man muss nicht jeden Fluss
durchqueren und die Bergung eines Hanomags bei schönem Wetter wäre hier schon
eine schei... Arbeit, aber bei diesem Wetter....!!! Nein, danke keine Lust! Um
14.30h drehen wir um.
Wir fahren weiter in Richtung Norden, auf Varmahlið zu. Die Strecke ist
gut befahrbar und so kommen wir gut voran. Ein an der Straße aufgeschütteter
Kiesplatz bei Hverhólar eignet sich durchaus für eine Übernachtung. Also
machen wir um 17.25h Feierabend. Da sich das Wetter wieder soweit eingekriegt
hat, das wir draußen sitzen und grillen können nutzen wir die uns gebotene
Gelegenheit natürlich auch direkt aus.
Es wurde noch ein feucht fröhlicher "Sangria-Abend" mit
abschließender "Polarlicht" Begröhlung und allem was dazu gehört.
Keiner war mehr traurig, das wir vor dem Fluss kapituliert haben.
Wie sich übrigens herausstellte hatten sich die Manschetten von Lutz
Hauptbremszylinder verabschiedet und mussten nun erst einmal wieder an die
richtige Position gebracht werden.
Sonntag: 25.08.02
Wetter: 11°C, warm, bedeckt
Abfahrt: 9.45h
Ankunft: 13.20h
Km: 141km
Strecke:752 Hverhólar, 1 Varmahlið, 731Svínvetningabraut, 732Kjalvegur,
F35Kjalvegur bis Hveravellir
Von
Varmahlið aus folgen wir der sehr gut ausgebauten Ringstraße einige km in
Richtung Westen. Bei Ártún wechseln wir auf die 731 und folgen dieser bis zur
732 bis zum Kraftwerk Blönduvirkjum (Kapazität von 150 MW). Beim Bau der
Staumauer wurden große Hochlandflächen unter Wasser gesetzt und ein großer
Stausee gebildet. Das Kraftwerk wurde 1991 in Betrieb genommen. Ab hier folgen
wir der F35 - der Kjölur. Die Kjölur ist eine 25 - 30km breite Talsenke
zwischen Hofsjökull und Langjökull in einer Höhe von ca. 600 - 700m. Lava und
Grundmoränen sowie Sand - und Winderosionen haben die Hochebene verwüstet. Das
Wetter ist nicht mehr so schön wie heute Vormittag und eine dichte Bewölkung
macht sich breit. Starker Wind kommt auf und es fängt wieder einmal an zu
regnen. Dafür sehen wir unterwegs aber auch einen wunderschönen Regenbogen und
als wir in Hveravellir ankommen scheint sogar wieder die Sonne.
Hveravellir ist eines der größten Geothermalgebiete des Landes in etwa 650m Höhe.
Viele heiße Quellen, mit unterschiedlichen Formen und Farben und interessanten
Ablagerungen sind zu bestaunen. Doch unser Hauptinteresse gilt zunächst dem
Pool neben der alten Wanderhütte von 1938,- die übrigens thermal beheizt wird.
Hier wird Thermalwasser und kaltes Wasser in ein kleines Badebecken geleitet und
ist häufig hoffnungslos übervölkert. So auch heute! Also beschließen wir
erst einmal eine Runde durch die Gegend zu drehen und einige Fotos zu machen.
Am nahegelegenen Lavarand steht irgendwo die alte Ruine einer Hütte von
Fjalla-Eyvindur, der in der Quelle Eyvindarhver sein Fleisch kochte und von
weitem sehen wir die Wetterstation, die hier 1965 errichtet wurde und seit dem
ganzjährig besetzt ist.
Nach
einer guten ¾Stunde sind nur noch Lutz, Denis, Güni sowie Pit & Karin und
zwei Fremde im Pool und so gesellen wir uns dazu. Mit gebrachte "Flüssigkeiten"
in Dosen werden am Rand drapiert - sonst verdurstet man ja....Doch nach ca. 1¼Stunden
sind wir gut gar gekocht und haben schon jede Menge "wrinkles". Also
verlassen wir das feuchte Nass und gehen zurück zum Auto. Güni ist einer von
der ganz harten Sorte. Er hält es ganze 6 Stunden in der heißen Brühe aus und
als er gegen 21.00h im "Pub" erscheint, sieht er aus wie eine
lebendige Leiche: total käsig, farblos und runzelig. Er hatte den Pool nur
verlassen, weil ihm keiner mehr was zu trinken brachte und es anfing zu
regnen......
In der Nacht wird es wieder recht kalt. Unser Thermometer zeigt nur noch 7,3°C an und der Wind wird stärker, so das wir uns bis über beide Ohren in unsere Schlafsäcke verkriechen.
Montag: 26.08.02
Wetter: bedeckt, regen
Abfahrt: 9.35h
Ankunft: 17.15h
Km: 216km
Strecke: F35Kjalvegur, Gullfoss, Geysir, 35 bis Skálholt, 31 bis Reykir, 30
nach Süden / Selfoss, 1 nach Hella, 1 Seljalandsfoss
Kurz
nachdem wir Hveravellir verlassen haben fängt es wieder an zu regnen. Wir
treffen viele Radfahrer, die nicht sehr glücklich aussehen.....- was aber wohl
eher dem schlechten Wetter als den nicht ganz so tollen Straßenverhältnissen
zuzuschreiben ist.
Denis meint dann auch eben dieser Loch - an Loch - Piste ein Schnäppchen
schlagen zu müssen und.......fährt in die Rabatte. Er sucht sich eine
besonders weich aus, so das der Hano tüchtig Schräglage erhält und sogar noch
weiter ab zu rutschen droht. Pit, der direkt hinter ihm zum stehen kommt,
reagiert schnell und zieht ihn mit dem Schiebeschlupp wieder zurück auf die
Straße.
Noch mal gut gegangen!
Am Gullfoss lohnt es sich nicht einmal aus dem Auto auszusteigen. Der Wind bläst so heftig das man angst haben muss in den 32m hohen Wasserfall geblasen zu werden. Also lassen wir es einfach sein und fahren weiter.
Günter,
der heute das Schlusslicht macht, fängt sich Unterwegs noch zwei Fahrradfahrer
ein, die bis auf die Knochen durch weicht und wohl auch an die Grenzen ihrer körperlichen
und seelischen Belastbarkeit angekommen waren. Am Geysir entlässt er sie dann
wieder in den Regen.
Es ist lausig draußen, als ich mich auf den Weg zum Geysir mache um wenigstens
ein oder zwei Fotos von der Wasserfonthaine zu machen, die sonst alle paar
Minuten nach oben schießt. Doch nichts geschieht. Also will ich noch auf eine
kleine Anhöhe steigen um einen besseren Überblick über das ganze Gelände zu
bekommen. Doch bevor ich diesen Gedanken auch nur richtig zuende denken kann, fängt
es wieder furcht bar an zu schütten und ich denke nur noch daran, meine Kamera
schnell ins trockene zu bekommen.
Gerade zurück am Auto schießt eine Wassersäule aus dem Geysir in die Höhe
und verschwindet genauso schnell wieder in der Tiefe.
Wir
verlassen Geysir in Richtung Süden, in der Hoffnung auf besseres Wetter. Als
wir Hella erreichen, ist es schon recht spät und regnet immer noch. Doch es
lohnt sich wohl nicht die Einladung des Direktors der hier ansässigen Schule -
und Leiter der Rettungsorganisation anzunehmen. Also geht es weiter bis zur
Einfahrt in die Þórsmörk.
Am Seljalandsfoss machen wir Feierabend und haben
sogar für eine ganze Weile einen regenfreien Platz! Es wird sogar noch einmal
richtig schön und wir nutzen das Wetter für einen kleinen Spaziergang. Leider
war ich gerade hinter dem Wasserfall, als sich ein Regenbogen im Foss zeigte.
Dienstag: 27.08.02
Wetter: bedeckt,
Abfahrt: 9.30h
Ankunft: 18.20h
Km: 192km
Strecke: Seljalandsfoss, F249Þórmerkurvegur, 1Reykjavík
Günter
ist mit unserer Tour in die Þórsmörk zu fahren nicht einverstanden und fährt
lieber direkt zurück nach Reykjavík um sich dort im Pool einzuweichen.
Die Strecke bis zum
Eissee ist von vielen Flüssen überspült, - was wir so noch nicht kennen. Am
Eissee selbst hat man normalerweise einen Beeindruckenden Blick auf den
Gletscher. Leider müssen wir feststellen, das hier nicht mehr viel vom
Gletscher zu sehen ist. Das Eis ist sehr weit zurück gegangen und gibt einen
großen Teil des lange Zeit verborgenen Felsens frei.
Kurz hinter dem Eissee ist die Straße dann komplett im Wasser verschwunden und
etwas weiter haben wir dann auch kurzfristig die Qual der Wahl, bei der
Durchquerung eines sonst nicht vorhandenen Flusses. Hier versucht Denis dann
auch direkt seinen Hano das erste mal zu ertränken....Als wir dann die Krossá
erreichen, brauchen wir etwas länger um den für uns günstigsten Weg zu
finden. Wir kommen jedoch alle ohne Probleme auf die andere Seite und schauen
uns gemeinsam das in der Hütte ausliegende Fotoalbum der Fast- oder
Ganzversenkten Autos an.
Nach einer guten Stunde Pause, verlassen wir diesen schönen Ort um 12.30h
wieder in Richtung Ringstraße.
Beim durchfahren der Krossá ist Denis etwas vom eigentlichen Weg abgekommen und
hat auch prompt Wasser im Koffer und Fahrerhaus stehen. Also wird erst einmal
alles trocken gelegt, bevor es weiter geht.
An dem überspülten Straßenteil kurz vor dem Eissee taucht Pit mit seinen Hano
auf einmal so steil aus dem Wasser auf, das er sich das linke Rücklicht abfährt.
Ein Landrover aus Deutschland mit einem älteren Ehepaar ist froh, das wir
voraus fahren, damit sie sehen wie tief die einzelnen Flüsse zum Abend hin
geworden sind. Ein italienischer Landrover, drehte schon vor dem erreichen des
Eissees um und fuhr zurück zur Ringstraße. Es wurde ihm zu unübersichtlich
und zu tief!
Als wir gegen 18.20h in Rykjavik ankommen, treffen wir auch Markus mit seinem Unimog wieder. Wir melden uns auf dem Platz an und bezahlen für 2Tage 2.800ISK (incl. warmer Dauerduschen) mit Visa - Card.
Mittwoch: 28.08.02
Wetter: bedeckt, regen
Abfahrt: h
Ankunft: h
Km: m
Strecke: Reykjavík
Wir
fahren mit dem Bus in die City. Für den Bus sollte man das Geld passend haben,
da kein Geld gewechselt wird. Pro Person ist ein Pauschalpreis von 200ISK fällig,
egal wohin man will.....
Nach dem wir einige Zeit im Regen durch die City gelaufen sind, setzen wir uns
zum trocknen für eine kurze Zeit in ein Café und wärmen uns dort mit Hilfe
von Kaffee, Kakao oder Espresso wieder etwas auf. Wir beschließen anschließend
in das berüchtigte "Penismuseum" zu besuchen. Wir sind ja gar nicht
neugierig, aber man hört ja schon einiges davon.....
Das Museum liegt sehr unscheinbar in einer Seitenstraße oberhalb der Tourist -
Information.
Wir bezahlen unsere 400ISK / pro Person und dürfen uns dann in dem kleinen Raum
umschauen. Es sind von unzähligen Tierarten (Mäusen, Hamstern, Katzen, Hunden,
Schafen, Rindern, Walen, Delphinen etc.) die männlichen Geschlechtsteile zu
sehen. Alle eingelegt in Gläsern und exakt beschriftet. Nebenbei kann man auch
diverse "Kunstobjekte" zum Thema "Dildo" bewundern, die von
über all auf der Welt zu kommen scheinen.
Nachdem wir uns gut eine Stunde hier aufgehalten haben, gehen wir zurück in die
City und gönnen uns eine Portion Fish and Chips. Da das Wetter nicht sehr
vielversprechend aussieht machen wir uns mit dem nächsten Bus auf den Weg zum
Hard Rock Café und zur Kringlan / Einkaufszentrum. Leider hat Islands größter
Supermarkt wegen Inventur (?) geschlossen. Im Hard Rock Café erkundigen wir uns
nach den neuesten Pins und wollen Denis dann noch den alten Cadillac zeigen, der
vorne über dem Eingang hängt.
Doch leider ist dieser wohl bei dem letzten Brand vor 1 Jahr(?) vernichtet
worden. Wirklich schade, sah irgendwie gut aus, wie der rosa Cady dort in der
Wand "steckte"!
Von hieraus fahren wir zurück zum Campingplatz und bereiten uns auf unseren
letzten gemeinsamen Abend vor.
Gulli
(der Reporter aus Island) war auch noch einmal kurz da um "Hallo!" zu
sagen.
Wir treffen uns zum letzte "Pub - Abend" bei Güni im Hano. Die
letzten Reste müssen vor dem morgigen Abflug vernichtet werden. So
"sangen" wir dann auch noch eine Rund lang unser "Liedchen vom
Polarlicht".
Als wir uns gegen 0.30h auf den "Heimweg" machen entdecken wir Kai mit
seinem Robur. Er erzählt uns doch tatsächlich, das sie hier vor ca. 15Min.
echte Polarlichter haben beobachten können. Unglaublich! Und wir haben nichts
davon mit bekommen. Wir waren sehr enttäuscht, das sie uns nicht bescheid
gegeben haben.
Während wir uns noch eine Zeit unterhalten, geht das Spektakel auf einmal
wieder los. Über uns fängt der Himmel an sich in sonderbare "Streifen -
Wolken" zu formen, dann lösen sich einzelne Segmente ab und passiert das
wunderbare: Die Streifen, Flecken, Punkte etc. fangen an in grünem
phosphorisierendem Licht zu leuchten und sich dabei zu drehen, zu dehnen und
ineinander zu fließen und wieder zu verschwinden. Wir standen noch bis 2.00h
draußen in der klaren kalten Nacht von Reykjavik und gaben nur "Oh's, Ah's
und Boh's" von uns. Jeder weitere Kommentar war zuviel verlangt. Es
war unbeschreiblich schön. Alle waren sich einig, das dieses ein würdiger
Island Abschied für unsere Freunde war, die ja nun morgen Abend wieder nach
Hause fliegen.
Donnerstag: 29.08.02
Wetter: sonnig, 15°C
Abfahrt: 14.30h
Ankunft: 23.00h
Km: 42km
Strecke: Reykjavík - City / "Dubliner",1 + 36 Þingvallavatn
Heute
heißt es für die anderen "Koffer packen". Alles muss für die
Verfrachtung sicher verstaut und verpackt werden. Alle verderblichen
Lebensmittel wandern in unseren Hano. Von allen Seiten bekommen wir Käse,
Zwiebeln, Salami, Gurken, Butter, Milch und Knoblauch angereicht.
Lutz, Denis, Pit & Karin fahren gegen 11.00h zum Loftleiðir um das Handgepäck
abzugeben. Uwe fährt in die City um seinen Leihwagen abzugeben und wir laufen
mit Güni im Park hinter dem Campingplatz herum und füttern Gänse und Enten.
Das Wetter ist wunderschön. Die Sonne scheint und alles ist so friedlich!
Nach dem die anderen zurück sind, fahren wir gemeinsam zum Hafen um deren Autos abzugeben. Wir erkundigen uns sicherheitshalber noch einmal bei Eimskip, ob wir unser Auto auch wirklich nächste Woche am Sonntag Abend hier abgeben können, oder zuvor noch besondere Dokumente auszufüllen sind. Die Antwort: wir können jeden Tag, rund um die Uhr 24 Stunden lang unsere Fahrzeuge wieder abgeben und sollen nur unseren grünen Einfuhr Beleg bereit halten. Super Service!
Der letzte Weg ist wie immer ins "Dubliner", wo wir dann auch bis 22.00h bleiben, ehe wir die ganze Bande zum Bus der Linie 7 bringen. Nach dem wir uns von alle verabschiedet haben, machen wir uns alleine auf den Weg. Es ist schon ein sonderbares Gefühl, welches einen auf einmal beschleicht. Irgendwie unwirklich! Aber so ist das nun einmal, schließlich haben wir noch eine Woche Urlaub, die wir auch in vollen Zügen genießen wollen......
Wir laufen zurück zum Parkplatz und fahren in die Nacht hinaus, die Lichter von Reykjavik hinter uns werden immer kleiner und verschwinden schließlich ganz. Wir machen uns auf in Richtung Þingvallavatn von wo aus wir morgen starten werden - allein!!